Schauspiel 2009-2019

…am 15. Juni 2019 geht die zehnjährige Intendanz von Lars-Ole Walburg zu Ende, das Ensemble und das künstlerische Team verstreut sich, wandert weiter, zu neuen Orten, andere kommen. Das gehört zu unserer Zunft, die Erneuerung zum künstlerischen Prozess. Aufbruch bedeutet Abschied. Abschied bedeutet Aufbruch. Die letzte nun erscheinende Ausgabe unseres HEFT, das den Spielplan ästhetisch und gesellschaftspolitisch reflektiert, ist die Dokumentation dieser zehn äußerst lebendigen Jahre: eine Hommage an das Ensemble und die Mitarbeiter*innen dieses Theaters und zugleich Spiegel dieser politisch hochbrisanten Zeit und den in ihr geführten Auseinandersetzungen, Hoffnungen, Enttäuschungen und Analysen, denen sich das Schauspiel Hannover unter Lars-Ole Walburg stets gestellt und zuweilen auch angestiftet hat. Von A-Z gegliedert, versucht diese Dokumentation den besonderen Geist dieser Jahre einzufangen. Theaterabende, Diskussionen und Menschen werden hier noch einmal durch die Zeit versammelt. Das Buch richtet sich nicht nur an die Zeugen dieser Dekade, sondern auch an jene, die Theater als Ort der öffentlichen Debatte suchen.

Publikation

Photography on a Postcard 2019

Photography on a Postcard (POAP) is back for its second year as the official charity partner of Photo London. Photography on a Postcard presents a unique chance to own a signed mini masterpiece by a well-known photographer. We aim to democratise the Photo London experience by placing all the photographers on a level playing field and starting off the bidding at the same price. Each 10 x 15cm work will be up for anonymous auction with photographers’ names revealed the day after the auction ends meaning the buyers will be in for some happy surprises. View the list of participating photographers here. 100% proceeds donated to The Hepatitis C Trust to help them in their aim to eliminate hepatitis C in the UK by 2025

Die guten Tage – Marko Dinić

Ich sitze nur da und beobachte diesen Menschen von gegenüber, den Taubenmann.

Vor einigen Monaten kam unser Nachbar – ein arbeitsloser Elektiker, der seine Karriere und seine Familie für das Spiegeltrinken aufgab – auf die grandiose Idee, einen Taubenkäfig in seinem Garten aufzustellen. Ohne daran zu denken, dass sich jemand um die Flugratten kümmern, sie füttern oder ab und zu auch fliegen lassen muss. Ein Vogel nach dem anderen fiel tot um. Von anfangs dreizehn Tauben ist heute noch nur eine Handvoll da.

… heute in der Früh hat er die achte herausgeholt. Die anderen haben sie zu Tode gepickt. Danach ist er wieder schlagen gegangen!

Hanser Literaturverlage

Jahrhundertautoren gegen den Krieg

Es muss einer den Frieden beginnen

Schreib das auf, Kisch! – Ein Kriegstagebuch

Ich versuchte die Frage, wer von uns nicht heimkommen werde, zu lösen, indem ich darüber nachdachte, wen von uns am wenigsten Verbindungslinien mit dem Leben verknüpfen. Ich glaube nicht, dass die Lostrennung vom Leben plötzlich erfolgen könne, ohne Rücksicht auf die Zahl und Festigkeit der Bande, die den Betroffenen an das Dasein ketten…

Egon Erwin Kisch

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Aufbau Verlag

…a film by Raúl de la Fuente and Damian Nenow

WARSAW, 1975: Kapuściński is a brilliant veteran journalist, an idealist and a friend of lost causes and revolutions  … at the polish press agency, he convinces his boss to send him to Angola where a bloody civil war has broken out on the eve of the country’s independence. He embarks on a seemingly suicidal road trip into the heart of the Civil War. There, he witnesses once again the dirty reality of war and discovers a sense of helplessness previously unknown to him. Angola will change him forever: it was a reporter that left Poland but it was a writer that returned

ANOTHER DAY OF LIFE

 

 

FAZ; 7.2.2019

GTR Teil 12

von Habbo Knoch

Hairatan – Aufgerissen: Grenzorte sind Niemandsland. Was sich dort findet, ist meist austauschbar: Kontrollpunkte, Willkommensschilder, Friedensbrücken. Und dann ist man doch mitten im Krieg. Auch den Norden Afghanistans an der Grenze zu Usbekistan hat er in den letzten Jahren erreicht. Leben wird dort weggebombt. Ein Junge, der durch Ruinen läuft, erinnert an ein Bild von Paul Klee, den Angelus Novus, 1920 im München der Nachkriegswirren entstanden. Die Arme wie zur Segnung erhoben, der Mund weit offen, die Augen übergroß, vielleicht ein Redner. Der jüdische Philosoph Walter Benjamin sah darin etwas anderes. Im Pariser Exil schrieb er im März 1940 in der neunten seiner Thesen über den Begriff der Geschichte: „Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert.“ Ein Sturm „treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft“. Dieser Sturm – das war für Benjamin der „Fortschritt“. Durch die aufgerissenen Augen des Angelus Novus sehen wir ihn als das, was er ist: eine Macht, die Zerstörung hinterlässt. Der Junge hat keine Flügel. Was er sieht?

lost and found: medico – Report 26 / August 2005

Im Inneren der Globalisierung – Psychosoziale Arbeit in Gewaltkontexten

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Im ersten Teil des vorliegenden Bandes geht es um einen Begriff dessen, was
Trauma in verschiedenen Kontexten bedeuten kann. Zum Einstieg beschreibt
Usche Merk die Erfahrungen von Trauma und psychosozialer Arbeit am Beispiel
der medico-Geschichte. Die Praxis, die sich auf dem Hintergrund post-diktatorischer
Gesellschaften entwickelt hat, muss sich heute den Auswirkungen nicht-staatlicher
und innerfamiliärer Gewalt stellen und eine radikale Ethik gegen jegliche Art der
Instrumentalisierung und des Missbrauchs entwickeln.
Die Strukturmerkmale und Veränderungen, die die aktuellen bewaffneten Konflikte
prägen, erläutert der Beitrag von Anne Jung am Beispiel der jüngsten Bürgerkriege
in Afrika. Diese sind eingebunden in einen globalen Kampf um Rohstoffressourcen,
in der allein lokale Gewaltökonomien die Zugänge verwalten und kontrollieren.
Fernando Suazo beschreibt in seinem Text, wie Kultur und Identität zu einer Ressource
der guatemaltekischen Mayas werden, sich mit dem psychosozialen Trauma
zu konfrontieren und ihre Anerkennung als Subjekte einzuklagen.

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Zwei Jahre, fünf Kriege später – Život umjetnosti 103/2018

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Život umjetnosti 103/2018

 

Text: Ivona Grgurinovic

Konzept, Fotografie und Collage: Wolf Böwig

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Charles Taylors Kriege endeten 2003, heißt es. 2012 wurde er vom UN-Sondergericht für Sierra Leone zu fünfzig Jahren Haft verurteilt. Er verbüßt sie in der malerischen nordenglischen Stadt Durham. Die Ungerechtigkeit des Krieges ist schnell, ungeduldig und gleichgültig, sie teilt Schläge aus, ohne Fragen zu stellen. Die Gerechtigkeit der Nachkriegszeit ist langsam und gründlich und eröffnet Chancen.

Diese Chancen blieben verwehrt:

Lucy Lansana
Baby Cenci
Mariama Soaré
Uata Bockarye
Lamine Conowy
Jussu Morana
Kafa Morana
Tiange Lahal
Massah Kokima
Braima Caulker
Suleyman Morana
Mariana Morana
Kadi Cenessi
Foday Cassó
Momu Bendu
Gassumu Kandó
Hawa Siaka
Lahai Yorgboh
Braima Lamine
Wamen Soko
Massa Cissé
Morie Massalé
Sina Mahe

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FAZ; 3.1.2019

GTR Teil 11

von Habbo Knoch

Salang – Geschlagen: Die Ernüchterung über den Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan hat Tradition. Am Hindukusch ist kaum etwas zu gewinnen. Dennoch war die Sowjetunion 1979 siegesgewiss: Die Anlage des zeitweilig höchst gelegenen Straßentunnels der Welt unterhalb des Salang-Passes sollte einen leichten Weg in den Süden des Landes ebnen. Vergeblich. Seitdem ist das Land im dauernden Ausnahmezustand. Immer wieder kehrt der Krieg auch nach Salang zurück. Die Region hielten die Taliban und ihre Radikalisierung des Religiösen jahrelang in Acht und Bann. Bis heute zerstören Anschläge immer wieder Hoffnungen auf Frieden. Ob Salang, das Flüchtlingsmädchen aus den Bergen, ihn je erleben wird? Ohnehin zählt der Staat in den autonomen Stammesgebieten der „Afpak“-Region, wie Militärs das Krisengebiet nennen, nicht viel. Wer hier keine Waffe hat, braucht viel Gottvertrauen. Doch hüte sich, wer der einen oder anderen Regierung zu nahe tritt: Geheimdienstberserker beweisen einander zu gern ihre Autorität. Schlagen sie zu und lassen ihre Opfer dann am Grenzsaum einfach liegen, dauert der Weg ins andere Land länger als ohnehin schon, nicht ohne Opium gegen den Schmerz und zynische Patronenspiele mit Soldaten. Genauso ist es Glückssache, in Kabul einem Selbstmordattentäter zu entkommen.

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