Wo sind Jamina und Mohamad? – von den Todesrändern der Welt

© Wolf Böwig – Chios/Griechenland – Februar 2020
analoger FB-print, coloriert, 30x40cm

Vier Monate dauerte die Odyssee von Idlib nach Griechenland ins
Flüchtlingslager Vial: Jamina und ihr Sohn Mohamad erreichen
Chios Anfang Februar 2020. Der Fotograf hielt regelmässig Kontakt
via whatsapp

22.3. – 2.17pm
Hello my best friend
We are doing good
And we have to stay at home as long as we can
their is no thing more imprtint than our famly
Wolf i wish to see my mom
And see her boutfull eyes
And she told me i just want to see your face and your smile
Oh god how much i hate my life
11.4. – 1.20pm
(Antwort nach erfolglosem Versuch via whatsapp)
Sorry mx freind i dont have intrnet
10.51pm
Our situation its bad becase they stop evrey thing in the camp
and we still in same place
Danach keine Verbindung mehr: Jamina war am 30ten April
um 2.46pm das letzte Mal online

on isolation: fragmented peripheries – submission for VG-Bild

In meinen fotografisch-dokumentarischen Arbeiten (1993–2020) habe ich mich eingehend mit zahlreichen Krisenregionen in Asien, Afrika und Europa befasst. Dabei habe ich in den vergangenen Jahren einen geographischen Bogen vom indischen Subkontinent über die Region Pakistan und Afghanistan bis hin zum Balkan betont. Ein Großteil dieser Arbeiten on isolation: fragmented peripheries zielt darauf ab, die historischen wie gegenwärtigen Zusammenhänge von Gewaltereignissen, Raumordnungen und Migrationsphänomenen fotografisch und im Medium der künstlerischen Collage sichtbar zu machen. Den entstehenden Objekten kommt dabei zugute, dass ich mich über die Jahre hinweg wiederholt in den entsprechenden Regionen aufgehalten habe und mit mehreren Bildschichten arbeiten kann

portfolio

portfolio

portfolio

photonews Mai/Juni 2020

Wie und wann es weitergeht

Die Fotoszene in Zeiten der Pandemie

Wolf Böwig hat bis Ende Februar auf den griechischen Inseln das Flüchtlingsdrama fotografiert. Eigentlich wollte er dann weiter in die Türkei, entschied sich aber für einen Abbruch der Reise und lebt seit Anfang März wieder in Hannover. Dort kümmert er sich um seine Eltern und meidet zu ihrem Schutz alle weiteren Kontakte. Wie üblich sucht er für seine Fotografie nach neuen Erzählweisen und nutzt das Material aus Griechenland für Collagen. Der Historiker Habbo Knoch schreibt zu Wolf Böwigs aktueller Arbeit: „Es überlagern sich im Moment und auf eine noch nicht absehbare Zeit drei Isolationen: die Isolation der von Gewalt, Krisen oder Flucht und ihren Folgen Betroffenen als marginalisierte Menschen; eine weitgehende Überlagerung ihres Schicksals durch die (notwendige) Befassung westlicher Gesellschaften mit sich selbst; diejenige von Reportern und Fotografen, die keinen unmittelbaren Zugang haben. Im extremen Fall sind die menschlichen Medien selbst durch Quarantäne oder vergleichbare Zustände in einer strukturell ähnlichen, wenn auch materiell, physisch und psychisch ungleich besseren Situation.“ 

Anna Gripp – photonews Mai/Juni 2020

 

 

lost and found:


Once upon a time – “a long time ago,” perhaps, “in a galaxy far, far away” – there was an advanced civilization, free, liberal, individualistic, on a planet whose ice caps began to grow. All the civilization in the world could not halt the march of the ice. The citizens of that ideal state built a mighty wall, which would resist the glaciers for a time but not forever. The time came when the ice, uncaring, implacable, stepped across their lines and crushed them. Their last act was to choose a group of men and women to travel across the ice sheet to the far side of the planet, to bring news of their civilization´s death, and to preserve, in some small way, the meaning of what that civilization had been: to be its representatives. On their difficult journey across the ice cap, the group learned that, in order to survive, they would need to change. Their several individualisms had to be merged into a collectivity, and it was the collective entity – the Representative – that made it to the far side of the planet. What it represented, however, was not what it had set out to represent. The journey creates us. We become the frontiers we cross.

Salman Rushdie – STEP ACROSS THIS LINE

bought in Calcatta 2006

may 2020

may 24th

may 19th

Wolverines for Moshe – may 16th

portfolio – may 13th

may 10th

tomatoseeds from march – may 9th

may 8th

more …

Theater of Operations; Eleey Katrib – MoMA PS1

The Gulf Wars 1991-2011

given our current cultural climate, art institutions are practically the only places where we can actually step back from our own present and compare it with other historical eras

written in the aftermath of Abu Ghraib

Boris Groys

an Iraqi historian … becomes obsessed with a bookseller he encounters on his first trip back to Baghdad who is attempting to catalogue all that has been lost in the first minute of the Iraq war. The tale of the young scholar and the eccentric book dealer weaves in stories of the destroyed human and non-human lives – the moment an old tree is bombed, a prized stamp collection erupts in flames, a family is killed – and the expansive histories, relationships, and futures that die with them…

Theater of Operations

Das Drama der Freiheit – Ulrike Ackermann

Die Freiheit zählt zu Recht zu den grossen und verpflichtenden Errungenschaften der abendländischen Zivilisation. Freiheit von Zwang und Unterdrückung, Freiheit von Bevormundung, Freiheit von physischer und ideologischer Gewalt, Freiheit von politischer Übermacht – und was der bekannten Signaturen mehr sind. Dass der Mensch frei ist zu vielem – nicht zu allem –, ist eine Erkenntnis, die seit den Griechen politisch vielfältig wirksam wurde und insbesondere die Geschichte der westlichen Kulturen fundamental bestimmte. So kann man durchaus sagen: Ohne Freiheit kein Menschsein. Aber die Freiheit – des Einzelnen innerhalb von Staat und Gesellschaft – ruft immer auch Argwohn hervor: vor allem den Argwohn der Herrschenden, wo immer diese zu finden sind, von den Autokraten und tyrannischen Potentaten bis zum modernen Typus der Bürokraten oder Funktionäre. Schliesslich wird Freiheit immer wieder auch gegen Gleichheit ausgespielt, dann insbesondere mit dem Verweis auf sogenannte Verteilungsgerechtigkeiten im modernen Sozialstaat. Dort sollen die Menschen nicht zu frei sein dürfen, sich vielmehr klaglos einpassen in die Systeme einer homogenisierenden Verwaltungsordnung. Beispiele erübrigen sich.Heute ist die Freiheit abermals vielfach bedroht. Nachdem das Jubeljahr des Aufbruchs von «1989» viel zu viel versprochen hatte, finden wir uns in einer multipolar bewegten Welt wieder, die insbesondere die liberalen Geister unter ihren Beobachtern beunruhigen muss. Autoritär geführte Nationalstaaten, islamistisch geprägte Diktaturen, dazu die enorm gesteigerte Präsenz vielfältiger Überwachung im Zeichen der digitalen Möglichkeiten: Dies alles lässt uns erneut nach den Werten und Errungenschaften im Zeichen der Freiheit fragen.

Dr. Hans-Dieter Vontobel

Das Drama der Freiheit – VONTOBEL Schriftenreihe 2/2020

Krieg und Frieden – Leo Tolstoi

Dann legte ich Krieg und Frieden ein, und es begann die Geschichte einer Sucht. Wer Ulrich Noethen lauscht, weiß sofort, dass es keine bessere Art geben kann. Überflüssig zu sagen, dass man da jede Unterbrechung als Störung einer heiligen Handlung empfindet

Felicitas v. Lovenberg – FAZ

Krieg und Frieden

april 2020

april 29th

one year ago: final day on SIGNUM MORTIS; Zagreb – april 28th

Hannover – Virginia – Hamburg

one year ago: Ključ – april 26th

one year ago: Jasenovac – april 25th

april 24th

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