Judas – Amos Oz


Heute glaube ich an die kleinen Gesten. In „Judas“ erwähne ich, wie Judas kurz bevor er sich erhängte, mit dem Gedanken spielte, ein hässliches schwangeres Dienstmädchen zu adoptieren, das er gerade in einer Gastwirtschaft getroffen hatte, und sich eines kranken streunenden Hundes anzunehmen.

Wenn irgendwo ein großes Feuer ausbricht, kann ich drei Dinge tun. Ich kann davonlaufen und diejenigen, die nicht laufen können, verbrennen lassen. Oder ich kann protestieren, sodass diejenigen, die für das Feuer verantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen werden. Und als dritte Möglichkeit kann ich nach einem Eimer Wasser greifen und versuchen, das Feuer zu löschen. Wenn ich keinen Eimer habe, nehme ich ein Glas, und wenn ich nicht einmal ein Glas habe, dann nehme ich einen Teelöffel, um Wasser ins Feuer zu schütten. Ein Teelöffel ist natürlich sehr klein und das Feuer ist riesig, aber wenn viele von uns einen Teelöffel benutzen, können wir das Feuer vielleicht gemeinsam löschen. Verglichen mit den Visionen, die ich als junger Mann hatte, ist dies nicht viel, aber ich würde sagen, diese Geschichte ist der Kern meines Glaubensbekenntnisses.



Amos Oz im Interview mit Thomas David – Welt

Judas

september 2020

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Wenn das dokumentarische Potenzial von Fotografien nur soweit reicht wie das Licht, müssen wir sie als Kunst gestalten, um unsere Wahrnehmung durch das unsichtbar Bleibende traumatischer Gewalt affizieren zu lassen.

september 30th

new portfolio – september 28th

september 24th

september 22nd

für Roger – september 17th

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RIP: Birol


DIE MUTTER: Weil du zuviel gehaßt hast.
DER REBELL: Weil ich zuviel geliebt habe.

Albert Camus – Fragen der Zeit

Mein Captain

VG-Bild Stipendium 2020

In meinen fotografisch-dokumentarischen Arbeiten (1993–2020) habe ich mich eingehend mit zahlreichen Krisenregionen in Asien, Afrika und Europa befasst. Dabei habe ich in den vergangenen Jahren einen geographischen Bogen vom indischen Subkontinent über die Region Pakistan und Afghanistan bis hin zum Balkan betont. Ein Großteil dieser Arbeiten on isolation: fragmented peripheries zielt darauf ab, die historischen wie gegenwärtigen Zusammenhänge von Gewaltereignissen, Raumordnungen und Migrationsphänomenen fotografisch und im Medium der künstlerischen Collage sichtbar zu machen. Den entstehenden Objekten kommt dabei zugute, dass ich mich über die Jahre hinweg wiederholt in den entsprechenden Regionen aufgehalten habe und mit mehreren Bildschichten arbeiten kann

portfolio

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Bruder Tier

Lyari-Distrikt: Die Infrastruktur ist in keiner Weise in der Lage, die Bevölkerungsexplosion zu bewältigen. Oft bricht das System zusammen, und die Arbeiter sind tagelang zu Hause gestrandet. Wasser und dessen Mangel ist ein wesentliches Problem. Frustriert über den Mangel an Infrastruktur graben die Bewohner selbst und versenken wahllos Brunnen. Aber mehr als 95% dieser provisorischen Brunnen weisen hohe Konzentrationen von Blei und Chloriden auf, die durch Lecks in Industrieanlagen verunreinigt sind, was sie für den Verbrauch unbrauchbar macht. Hepatitis, Durchfall und andere Darmprobleme sind in der ganzen Stadt weit verbreitet. Die Dromedare werden in den Slums von Karachi für den Transport von Lasten eingesetzt – in dieser kontaminierten, urbanen Wüste sind sie neben Ratten die Lebewesen, die dort am längsten überleben

Photonews Forum

 

upcoming: Watching, Waiting – Empty Spaces and the Representation of Isolation

I like to address three forms of isolation and their interdependencies: first, the isolation of those affected by violence, crises or flight and their consequences as marginalized people and the extensive overlay of their fate through the (necessary) involvement of western societies even by a pandemic; second, the isolation of reporters and photographers who have no direct access to the areas of origin of the refugees and the socio-historical strata of their experiences of violence and who can no longer (more) investigative, well-founded and report from a relationship of trust that has grown over many years; third, the isolation of refugees in a pandemic situation even locally in Europe in relation to the situation of the residents and their vulnerable groups, for whom isolation is as vital as it is stressful.

The project aims to put these multiple isolations and their interrelations into the picture using three objects: first, based on the photographic and artistic self-observation of the photographer under the conditions of domestic quasi-isolation for the protection and care of his parents should also be documented beyond a possible end to official isolation; second, by dealing with the extensive disappearance or marginalization of political and economic crisis regions from media reporting; third, using the example of the external and self-perception of the now double isolated, especially in temporary places of life such as refugee camps in Germany, which is initially to be recorded in visual reports. This documentation of isolated and isolating places ties in with recent projects on the “hot spots” in the Balkans, on the Turkish-Greek border and the former Indian Subcontinent.

Wolf Böwig


public conference – Split 3rd/5th december 2020

 

Generation ohne Abschied – Wolfgang Borchert

Wir sind eine Generation ohne Bindung und ohne Tiefe. Unsere Tiefe ist der Abgrund. Wir sind eine Generation ohne Glück, ohne Heimat und ohne Abschied. Unsere Sonne ist schmal, unsere Liebe grausam und unsere Jugend ist ohne Jugend. Und wir sind die Generation ohne Grenze, ohne Hemmung und Behütung.

Aber sie gaben uns keinen Gott mit, der unser Herz hätte halten können, wenn die Winde dieser Welt es umwirbelten. So sind wir die Generation ohne Gott, denn wir sind die Generation ohne Bindung, ohne Vergangenheit, ohne Anerkennung.

Draußen vor der Tür und ausgewählte Erzählungen

august 2020

Erlangen – august 30th

troubled shores / second draft (Neelen) – august 27th

Erlangen – august 24th

august 21st

troubled shores / first draft (Ermisch/Böwig)

Team

Wolf Böwig – Idee, Foto, Collage
Habbo Knoch – Expose, Konzept
Thilo Thielke – Text
Bernhard Neelen – Konzept, Umsetzung
Christoph Ermisch – Grafik, Koordination
Barbara Seifert, Moritz Stoepel – Stimme
Jörg List – Umsetzung

august 16th

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40.555 – Poetenfest Erlangen

1/5 – final layout

final layout

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lost and found:

sambian diaries – 2009

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Krieg – Ludwig Renn

Hast du dir schon einmal überlegt, was ein Nervenschock eigentlich ist?

Bei jedem Schreck wird irgendein Eindruck vors Bewußtsein gebannt. Man starrt den Eindruck an. Aber der ist gerade unwesentlich. Wer die Geisteskraft hätte, sich bei einem unerwarteten Ereignis frei umzusehen, könnte nicht erschrecken. Du quälst dich mit irgendeiner Vorstellung. Aber die ist ganz gleichgültig.

Und sieh mal dort den blühenden Kirschbaum – deshalb habe ich dich nämlich hergeführt -, sieh ihn dir mal an.

Aufbau Verlag – Krieg

Happy are those who

died without ever having had to ask themselves: “If they tear out my fingernails, will I talk?”. But even happier are others, barely out of their childhood, who have not had to ask themselves that other question: “If my friends, fellow soldiers, and leaders tear out an enemy’s fingernails in my presence, what will I do?”

Jean Paul Sartre

 

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