lost and found:

Love after Love

The time will come
when, with elation
you will greet yourself arriving
at your own door, in your own mirror
and each will smile at the other’s welcome,

and say, sit here. Eat.
You will love again the stranger who was your self.
Give wine. Give bread. Give back your heart
to itself, to the stranger who has loved you

all your life, whom you ignored
for another, who knows you by heart.
Take down the love letters from the bookshelf,

the photographs, the desperate notes,
peel your own image from the mirror.
Sit. Feast on your life.

by Derek Walcott

Was trägt Europa?

Über die Seele und Werte des alten Kontinents
von Mathias Greffrath

Wie kann man, so fragte der Papst im Europäischen Parlament, das Vertrauen in eine „friedvolle, kreative und unternehmungsfreudige“ Zukunft Europas wiedergewinnen? Und dann erzählte er von einem 500 Jahre alten Bild, einem Fresko des Raffael, das im Vatikan zu sehen ist. „Es stellt, so der Papst, die sogenannte Schule von Athen dar. In ihrem Mittelpunkt stehen Platon und Aristoteles. Der erste deutet mit dem Finger nach oben, zur Welt der Ideen, zum Himmel, könnten wir sagen; der zweite streckt die Hand nach vorne, auf den Betrachter zu, zur Erde, der konkreten Wirklichkeit.“ Platon, mit der kosmologischen Schrift Timaios in der Hand zeigt in die Welt der Ideen und Ideale, und der Naturforscher Aristoteles, die Ethikschrift im Arm, weist nach vorn in die Zukunft. Das gute Leben für alle im Einklang mit der Ordnung des Kosmos.

Glaubenssachen; NDR Kultur

Schauspiel 2009-2019

…am 15. Juni 2019 geht die zehnjährige Intendanz von Lars-Ole Walburg zu Ende, das Ensemble und das künstlerische Team verstreut sich, wandert weiter, zu neuen Orten, andere kommen. Das gehört zu unserer Zunft, die Erneuerung zum künstlerischen Prozess. Aufbruch bedeutet Abschied. Abschied bedeutet Aufbruch. Die letzte nun erscheinende Ausgabe unseres HEFT, das den Spielplan ästhetisch und gesellschaftspolitisch reflektiert, ist die Dokumentation dieser zehn äußerst lebendigen Jahre: eine Hommage an das Ensemble und die Mitarbeiter*innen dieses Theaters und zugleich Spiegel dieser politisch hochbrisanten Zeit und den in ihr geführten Auseinandersetzungen, Hoffnungen, Enttäuschungen und Analysen, denen sich das Schauspiel Hannover unter Lars-Ole Walburg stets gestellt und zuweilen auch angestiftet hat. Von A-Z gegliedert, versucht diese Dokumentation den besonderen Geist dieser Jahre einzufangen. Theaterabende, Diskussionen und Menschen werden hier noch einmal durch die Zeit versammelt. Das Buch richtet sich nicht nur an die Zeugen dieser Dekade, sondern auch an jene, die Theater als Ort der öffentlichen Debatte suchen.

Publikation

Photography on a Postcard 2019

Photography on a Postcard (POAP) is back for its second year as the official charity partner of Photo London. Photography on a Postcard presents a unique chance to own a signed mini masterpiece by a well-known photographer. We aim to democratise the Photo London experience by placing all the photographers on a level playing field and starting off the bidding at the same price. Each 10 x 15cm work will be up for anonymous auction with photographers’ names revealed the day after the auction ends meaning the buyers will be in for some happy surprises. View the list of participating photographers here. 100% proceeds donated to The Hepatitis C Trust to help them in their aim to eliminate hepatitis C in the UK by 2025

Die guten Tage – Marko Dinić

Ich sitze nur da und beobachte diesen Menschen von gegenüber, den Taubenmann.

Vor einigen Monaten kam unser Nachbar – ein arbeitsloser Elektiker, der seine Karriere und seine Familie für das Spiegeltrinken aufgab – auf die grandiose Idee, einen Taubenkäfig in seinem Garten aufzustellen. Ohne daran zu denken, dass sich jemand um die Flugratten kümmern, sie füttern oder ab und zu auch fliegen lassen muss. Ein Vogel nach dem anderen fiel tot um. Von anfangs dreizehn Tauben ist heute noch nur eine Handvoll da.

… heute in der Früh hat er die achte herausgeholt. Die anderen haben sie zu Tode gepickt. Danach ist er wieder schlagen gegangen!

Hanser Literaturverlage

Jahrhundertautoren gegen den Krieg

Es muss einer den Frieden beginnen

Schreib das auf, Kisch! – Ein Kriegstagebuch

Ich versuchte die Frage, wer von uns nicht heimkommen werde, zu lösen, indem ich darüber nachdachte, wen von uns am wenigsten Verbindungslinien mit dem Leben verknüpfen. Ich glaube nicht, dass die Lostrennung vom Leben plötzlich erfolgen könne, ohne Rücksicht auf die Zahl und Festigkeit der Bande, die den Betroffenen an das Dasein ketten…

Egon Erwin Kisch

2019_02_20_Boewig_Collage_Balkan

Aufbau Verlag

…a film by Raúl de la Fuente and Damian Nenow

WARSAW, 1975: Kapuściński is a brilliant veteran journalist, an idealist and a friend of lost causes and revolutions  … at the polish press agency, he convinces his boss to send him to Angola where a bloody civil war has broken out on the eve of the country’s independence. He embarks on a seemingly suicidal road trip into the heart of the Civil War. There, he witnesses once again the dirty reality of war and discovers a sense of helplessness previously unknown to him. Angola will change him forever: it was a reporter that left Poland but it was a writer that returned

ANOTHER DAY OF LIFE

 

 

FAZ; 7.2.2019

GTR Teil 12

von Habbo Knoch

Hairatan – Aufgerissen: Grenzorte sind Niemandsland. Was sich dort findet, ist meist austauschbar: Kontrollpunkte, Willkommensschilder, Friedensbrücken. Und dann ist man doch mitten im Krieg. Auch den Norden Afghanistans an der Grenze zu Usbekistan hat er in den letzten Jahren erreicht. Leben wird dort weggebombt. Ein Junge, der durch Ruinen läuft, erinnert an ein Bild von Paul Klee, den Angelus Novus, 1920 im München der Nachkriegswirren entstanden. Die Arme wie zur Segnung erhoben, der Mund weit offen, die Augen übergroß, vielleicht ein Redner. Der jüdische Philosoph Walter Benjamin sah darin etwas anderes. Im Pariser Exil schrieb er im März 1940 in der neunten seiner Thesen über den Begriff der Geschichte: „Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert.“ Ein Sturm „treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft“. Dieser Sturm – das war für Benjamin der „Fortschritt“. Durch die aufgerissenen Augen des Angelus Novus sehen wir ihn als das, was er ist: eine Macht, die Zerstörung hinterlässt. Der Junge hat keine Flügel. Was er sieht?

lost and found: medico – Report 26 / August 2005

Im Inneren der Globalisierung – Psychosoziale Arbeit in Gewaltkontexten

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Im ersten Teil des vorliegenden Bandes geht es um einen Begriff dessen, was
Trauma in verschiedenen Kontexten bedeuten kann. Zum Einstieg beschreibt
Usche Merk die Erfahrungen von Trauma und psychosozialer Arbeit am Beispiel
der medico-Geschichte. Die Praxis, die sich auf dem Hintergrund post-diktatorischer
Gesellschaften entwickelt hat, muss sich heute den Auswirkungen nicht-staatlicher
und innerfamiliärer Gewalt stellen und eine radikale Ethik gegen jegliche Art der
Instrumentalisierung und des Missbrauchs entwickeln.
Die Strukturmerkmale und Veränderungen, die die aktuellen bewaffneten Konflikte
prägen, erläutert der Beitrag von Anne Jung am Beispiel der jüngsten Bürgerkriege
in Afrika. Diese sind eingebunden in einen globalen Kampf um Rohstoffressourcen,
in der allein lokale Gewaltökonomien die Zugänge verwalten und kontrollieren.
Fernando Suazo beschreibt in seinem Text, wie Kultur und Identität zu einer Ressource
der guatemaltekischen Mayas werden, sich mit dem psychosozialen Trauma
zu konfrontieren und ihre Anerkennung als Subjekte einzuklagen.

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