october 2020

october 29th


first layout SIGNUM MORTIS | 40.555 – october 26th

in memory of Franz Oberrauch – from Moshe, Henri and Wolf

Those Winter Sundays

Sundays too my father got up early
and put his clothes on in the blueblack cold,
then with cracked hands that ached
from labor in the week
day weather made
banked fires blaze. No one ever thanked him.

I’d wake and hear the cold splintering, breaking.
When the rooms were warm, he’d call,
and slowly I would rise and dress,
fearing the chronic angers of that house,

Speaking indifferently to him,
who had driven out the cold
and polished my good shoes as well.
What did I know, what did I know
of love’s austere and lonely offices?

by Robert Hayden


october 24rd


october 23rd
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Judas – Amos Oz


Heute glaube ich an die kleinen Gesten. In „Judas“ erwähne ich, wie Judas kurz bevor er sich erhängte, mit dem Gedanken spielte, ein hässliches schwangeres Dienstmädchen zu adoptieren, das er gerade in einer Gastwirtschaft getroffen hatte, und sich eines kranken streunenden Hundes anzunehmen.

Wenn irgendwo ein großes Feuer ausbricht, kann ich drei Dinge tun. Ich kann davonlaufen und diejenigen, die nicht laufen können, verbrennen lassen. Oder ich kann protestieren, sodass diejenigen, die für das Feuer verantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen werden. Und als dritte Möglichkeit kann ich nach einem Eimer Wasser greifen und versuchen, das Feuer zu löschen. Wenn ich keinen Eimer habe, nehme ich ein Glas, und wenn ich nicht einmal ein Glas habe, dann nehme ich einen Teelöffel, um Wasser ins Feuer zu schütten. Ein Teelöffel ist natürlich sehr klein und das Feuer ist riesig, aber wenn viele von uns einen Teelöffel benutzen, können wir das Feuer vielleicht gemeinsam löschen. Verglichen mit den Visionen, die ich als junger Mann hatte, ist dies nicht viel, aber ich würde sagen, diese Geschichte ist der Kern meines Glaubensbekenntnisses



Amos Oz im Interview mit Thomas David – Welt

Judas

september 2020


september 30th

new portfolio – september 28th

september 24th

september 22nd

für Roger – september 17th

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RIP: Birol



DIE MUTTER: Weil du zuviel gehaßt hast.
DER REBELL: Weil ich zuviel geliebt habe.

Albert Camus – Fragen der Zeit

Mein Captain

VG-Bild Stipendium 2020

In meinen fotografisch-dokumentarischen Arbeiten (1993–2020) habe ich mich eingehend mit zahlreichen Krisenregionen in Asien, Afrika und Europa befasst. Dabei habe ich in den vergangenen Jahren einen geographischen Bogen vom indischen Subkontinent über die Region Pakistan und Afghanistan bis hin zum Balkan betont. Ein Großteil dieser Arbeiten on isolation: fragmented peripheries zielt darauf ab, die historischen wie gegenwärtigen Zusammenhänge von Gewaltereignissen, Raumordnungen und Migrationsphänomenen fotografisch und im Medium der künstlerischen Collage sichtbar zu machen. Den entstehenden Objekten kommt dabei zugute, dass ich mich über die Jahre hinweg wiederholt in den entsprechenden Regionen aufgehalten habe und mit mehreren Bildschichten arbeiten kann

portfolio

portfolio

portfolio

Bruder Tier

Lyari-Distrikt: Die Infrastruktur ist in keiner Weise in der Lage, die Bevölkerungsexplosion zu bewältigen. Oft bricht das System zusammen, und die Arbeiter sind tagelang zu Hause gestrandet. Wasser und dessen Mangel ist ein wesentliches Problem. Frustriert über den Mangel an Infrastruktur graben die Bewohner selbst und versenken wahllos Brunnen. Aber mehr als 95% dieser provisorischen Brunnen weisen hohe Konzentrationen von Blei und Chloriden auf, die durch Lecks in Industrieanlagen verunreinigt sind, was sie für den Verbrauch unbrauchbar macht. Hepatitis, Durchfall und andere Darmprobleme sind in der ganzen Stadt weit verbreitet. Die Dromedare werden in den Slums von Karachi für den Transport von Lasten eingesetzt – in dieser kontaminierten, urbanen Wüste sind sie neben Ratten die Lebewesen, die dort am längsten überleben

Photonews Forum

 

Generation ohne Abschied – Wolfgang Borchert

Wir sind eine Generation ohne Bindung und ohne Tiefe. Unsere Tiefe ist der Abgrund. Wir sind eine Generation ohne Glück, ohne Heimat und ohne Abschied. Unsere Sonne ist schmal, unsere Liebe grausam und unsere Jugend ist ohne Jugend. Und wir sind die Generation ohne Grenze, ohne Hemmung und Behütung.

Aber sie gaben uns keinen Gott mit, der unser Herz hätte halten können, wenn die Winde dieser Welt es umwirbelten. So sind wir die Generation ohne Gott, denn wir sind die Generation ohne Bindung, ohne Vergangenheit, ohne Anerkennung

Draußen vor der Tür und ausgewählte Erzählungen

august 2020

Erlangen – august 30th

troubled shores / second draft (Neelen) – august 27th

Erlangen – august 24th

august 21st

troubled shores / first draft (Ermisch/Böwig)

Team

Wolf Böwig – Idee, Foto, Collage
Habbo Knoch – Expose, Konzept
Thilo Thielke – Text
Bernhard Neelen – Konzept, Umsetzung
Christoph Ermisch – Grafik, Koordination
Barbara Seifert, Moritz Stoepel – Stimme
Jörg List – Umsetzung

august 16th

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40.555 – Poetenfest Erlangen

1/5 – final layout

final layout

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lost and found:

sambian diaries – 2009

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Krieg – Ludwig Renn

Hast du dir schon einmal überlegt, was ein Nervenschock eigentlich ist?

Bei jedem Schreck wird irgendein Eindruck vors Bewußtsein gebannt. Man starrt den Eindruck an. Aber der ist gerade unwesentlich. Wer die Geisteskraft hätte, sich bei einem unerwarteten Ereignis frei umzusehen, könnte nicht erschrecken. Du quälst dich mit irgendeiner Vorstellung. Aber die ist ganz gleichgültig.

Und sieh mal dort den blühenden Kirschbaum – deshalb habe ich dich nämlich hergeführt -, sieh ihn dir mal an

Aufbau Verlag – Krieg

Happy are those who

died without ever having had to ask themselves: “If they tear out my fingernails, will I talk?”. But even happier are others, barely out of their childhood, who have not had to ask themselves that other question: “If my friends, fellow soldiers, and leaders tear out an enemy’s fingernails in my presence, what will I do?”

Jean Paul Sartre

 

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