Graham Greene – Der stille Amerikaner
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Plötzlich war ich wütend; ich war der ganzen Bande überdrüssig, mit ihren privaten Vorräten an Coca-Cola, ihren fahrbaren Lazaretten, ihren Packards und ihren nicht mehr ganz neuen Geschützen. Ich sagte “ Ja, ich weiß es. Sie ermordeten ihn, weil er zum Leben zu unschuldig war. … „
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Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen, daß es notwendiger war mich selbst zu beschützen. Immer ist es die Unschuld, die stumm nach einem Beschützer ruft, während es so viel ratsamer wäre, uns vor ihr in acht zu nehmen: Die Unschuld gleicht einem stummen Aussätzigen, der die Glocke verloren hat und nun durch die Welt zieht, ohne Böses zu wollen.
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Etwa zwanzig Meter hinter dem Gehöft stießen wir in einem kleinen Graben auf das, was wir suchten: eine Frau und einen kleinen Jungen. Beide waren ohne Zweifel tot. Auf der Stirn der Frau war ein winziges, klar umgrenztes Fleckchen geronnenen Bluts, und das Kind sah aus, als schliefe es. Es mochte etwa sechs Jahre alt gewesen sein, und es lag da, die knochigen Knie hoch hinaufgezogen, wie ein Embryo im Mutterleib. „Malchance“, sagte der Leutnant. Er beugte sich hinab und drehte das Kind um. Es trug um den Hals ein Heiligenmedaillon, und ich sagte mir: „Das Amulet wirkt nicht.“ Ein angenagtes Stück Brot lag unter der Leiche. Ich hasse den Krieg, dachte ich.
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Thomas Assheuer – Unsere nihilistische Gegenwart
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Kein Zweifel, Strauß’ „unheimlicher Gast“ zitiert den Philosophen Friedrich Nietzsche, genauer: dessen Behauptung, der Nihilismus habe sich an den Tisch der europäischen Kultur geschlichen. Im Deutschland der frühen achtziger Jahre hörte man das gern und mit wohligem Schauder. Doch später, nach dem Untergang des Sozialismus, war der Befund nicht mehr zeitgemäß. Der Westen hatte den Kalten Krieg gewonnen und die ganze Welt schien wie befreit. In der Morgenröte der siegreichen Freiheit tanzten junge Menschen auf der Berliner Mauer, in Russland gab es demokratische Wahlen, in Südafrika durfte Nelson Mandela das Gefängnis verlassen. Der Triumph des Liberalismus hatte den „unheimlichen Gast“ vertrieben.
Heute ist Nietzsches unheimlicher Gast zurück, das Wort vom „Nihilismus“ hat wieder Konjunktur. Die Post-89er-Weltordnung löst sich auf, eine neue ist nicht in Sicht. Der Liberalismus, das weiß man nun, war keineswegs das Ende der Geschichte. Vielmehr scheint die Geschichte des Liberalismus selbst zu Ende zu gehen. Abermals droht der Sinn aus der Geschichte zu verschwinden. Eine Unheilsahnung macht sich breit, ein dumpfes Unbehagen, eine gespenstische Drift.
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Das Zeitalter der transatlantischen Demokratien begann mit den großen Verfassungsrevolutionen in England, in den Vereinigten Staaten und in Frankreich. Bereits in den Gründerjahren der USA hieß es „America first“, doch gemeint war etwas ganz anderes als heute. Gemeint war, dass Amerika ein Leuchtfeuer ist in einer dunklen Welt der Knechtschaft. Amerika sprengt die Ketten, das Land der Freien und Gleichen geht voran und alle anderen sollen folgen. Freiheit, glaubte der glühende Demokrat Thomas Paine, ist das Endziel der Geschichte und deshalb sei „die Sache Amerikas die Sache der gesamten Menschheit“. Und Alexander Hamilton, einer der Gründerväter, warnte: Sollte ihr Experiment scheitern, sei dies „ein Unglück für die gesamte Menschheit“.
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Wie nie zuvor ist die Weltgesellschaft auf kooperatives Handeln angewiesen, doch das Gegenteil ist der Fall. Zwar ist die Menschheit technisch und wirtschaftlich zusammengewachsen, aber kulturell und politisch bleibt sie tief gespalten. Und erneut dürfen konservative Geister sich bestätigt fühlen: Die Menschheit, sagen sie, gibt es nicht, es gibt nur einzelne Staaten, das Wort „Menschheit“ ist eine semantische Fiktion. Auch der Glaube an „Frieden durch Recht“ sei ein Hirngespinst, also jene Entwicklung, die mit der UN-Charta und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte begann. Realistisch dagegen sei eine globale Zukunft, in der sich wechselnde Staatenbündnisse mit bewaffnetem Argwohn gegenüberstehen.
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Der Aufstieg autoritärer Macht und die Krise des Liberalismus
…in der langsam gezeichneten Schrift eines Kindes und auf Französisch:
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begehen: eine böse Tat tun
verurteilen: einen Schuldigen bestrafen
Mathematik: Volumen der Würfel a x a x a=m3
Geschichte: In ganz Westafrika stießen die Franzosen auf Widerstand, Behanzin und sein Volk in Dahomey waren…
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Ende der Seite, Ende der Geschichte. Eine Lektion über alles, was man über die Region wissen muß.
Vokabular, Mathematik, Geschichte.
Verbrechen, Diamant, Würde.
Gerechtigkeit, Gier, Überlieferung.
october 28th

october 27th

Aimer à loisir, aimer et mourir au pays qui te ressemble sagte Baudelaire sagte Thilo sagte Habbo – october 24th

october 19th

october 18th
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september 30th

reediting BLrevisited – september 25th

september 24th

september 20th

september 18th
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submission ZdF – august 31st

august 30th

august 23rd

august 17th

THE END OF THE GAME – august 16th
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BLrevisited – Publikationsförderung VG-Bild

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Lieber Herr Böwig,
in seiner abschließenden Sitzung am 29.07.2026 hat der Beirat der VG Bild-Kunst / Stiftung Kulturwerk der Berufsgruppe II (Fotografie, Illustration, Design, Grafik) die für den Bewerbungstermin 15.05.2026 eingereichten Anträge auf Förderung eines Publikationsvorhabens beraten und entschieden. Für dieses Förderprogramm haben uns insgesamt 101 Anträge erreicht…
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Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass der Vergabebeirat beschlossen hat, Ihr Vorhaben (BLrevisited) zu fördern.
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Mit besten Grüßen und einem herzlichen Glückwunsch
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BLrevisited


Sarajevo 1993, never forgotten
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Wir sind der Krieg. Wir tragen die Möglichkeit zu dieser schrecklichen Krankheit in uns, die uns allmählich auf etwas reduziert, das wir nie für möglich gehalten hätten. Und ich fürchte, daß wir niemand anderem die Schuld geben können. Wir machen den Krieg möglich, wir lassen ihn zu. Wir haben nur einen schwachen Schutz dagegen, unser Bewusstsein. Es gibt kein WIR und SIE, es gibt keine Zahlen, Massen und Kategorien, simple Fakten und schwarz-weiß Wahrheiten. Es gibt nur uns, und -ja!- wir sind füreinander verantwortlich.
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Patrick Marnham – Dreaming with his eyes open: a life of Diego Rivera
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He has been born in a town where the streets run underground, where pigeons roost in tunnels and trees sprout through air shafts, and where the dead were dug up and carried to the surface and set out in glass cases for inspection. Among them was a baby girl, dressed in her best lawn grown and clutching her favorite doll. When children died in Guanajuato a hundred years ago, they were dressed up as though for a party and taken to the portrait photographers studio to be photographed with their mother. When photography reached Mexico, this was one of the first uses people found for it. Then, after the photograph, the family were invited home and all the living children were dressed up and there was a party, with the dead child seated in a place of honour. As she was now, so they be.
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Über den 20.Juli 1944, meine Eltern, und persönliche Verantwortung heute
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Als ich nach unserem Treffen das Schulgebäude verließ, nachdenklich und froh, bleib mein Blick an einer Gedenktafel hängen. Sie erinnert an Helmuth James Graf von Moltke, der ein Jahrhundert zuvor genau hier zur Schule gegangen war.
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Die Menschen aus dem Widerstand damals einte etwas: Sie haben sich nicht entzogen. Sie haben sich nicht zurückgezogen. Nicht in die Bequemlichkeit, nicht in die Ausrede, dass einer allein ja nichts ändern könne. Sie haben ihre Verantwortung wahrgenommen. Weil sie Menschen waren in einer Welt, die immer unmenschlicher wurde. Viele von ihnen hatten keine Macht, keine Ämter, keine Titel, keinen Schutz.
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Sie waren nicht von Anfang an Helden und wollten es wahrscheinlich auch nie sein. Aber sie haben etwas getan, das einfacher klingt, aber möglicherweise schwerer ist als jede Heldentat. Sie haben sich verantwortlich gefühlt. Für andere und für das, was ihr Schweigen würde anrichten können. Das macht sie besonders. Sie haben nicht darauf gewartet, dass ihnen jemand einen Auftrag gibt, sondern ihn sich selbst gegeben.
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