Was trägt Europa?

Über die Seele und Werte des alten Kontinents
von Mathias Greffrath

Wie kann man, so fragte der Papst im Europäischen Parlament, das Vertrauen in eine „friedvolle, kreative und unternehmungsfreudige“ Zukunft Europas wiedergewinnen? Und dann erzählte er von einem 500 Jahre alten Bild, einem Fresko des Raffael, das im Vatikan zu sehen ist. „Es stellt, so der Papst, die sogenannte Schule von Athen dar. In ihrem Mittelpunkt stehen Platon und Aristoteles. Der erste deutet mit dem Finger nach oben, zur Welt der Ideen, zum Himmel, könnten wir sagen; der zweite streckt die Hand nach vorne, auf den Betrachter zu, zur Erde, der konkreten Wirklichkeit.“ Platon, mit der kosmologischen Schrift Timaios in der Hand zeigt in die Welt der Ideen und Ideale, und der Naturforscher Aristoteles, die Ethikschrift im Arm, weist nach vorn in die Zukunft. Das gute Leben für alle im Einklang mit der Ordnung des Kosmos.

Glaubenssachen; NDR Kultur

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