RIP: Thilo (1968-2020)


„bestbest friend“

„Ich habe viele Freunde, aber Arthur ist „bestbest friend“ sagt mein Sohn Henri vor drei Wochen.

Arthur sah ich das erste Mal 2005 in Kenia: „Wuf, Wuf“ sagte der kleine Junge, als er neben einem Hund stand. „Wolf, Wolf“ lachte sein Vater Thilo.

Im Juli 2011 sind wir alle zusammen in Bad Segeberg bei den Karl-May-Festspielen.

„Wir“: Thilo Thielke, Kurt Pelda und ich mit unseren Söhnen. Zuletzt trafen wir uns in Nairobi – Thilo und ich waren auf dem Weg nach Somalia, Kurt bereitete eine Reise nach Darfur vor.

Anfang der 90er Jahre wohnen Thilo und ich in Hamburg: er ist für Spiegel TV auf den Balkan. Und ich dort für die taz. Kurt wahrscheinlich in Angola.

Balkan, Kurdistan, Syrien, Irak, Tschetschenien, Afghanistan, Pakistan, Burma, Timor-Leste, Papua – Ruanda, Somalia, Kongo, Sierra Leone, Liberia – in vielen Konflikten waren wir unterwegs: Spiegel, Stern, NZZ, FAZ, Le Monde, Weltwoche, du, NYT, Internationale, Visao und LER publizierten unsere Reportagen und Fotos.

Jetzt im November wollten Thilo und ich uns für eine Reportage in Äthiopien treffen und zu einem Projekt am Nil recherchieren – am 10ten Oktober ruft er aus Kapstadt an kurz vor seinem Abflug nach Tansania. Wir halten Kontakt.

„Oma, etwas ganz Schreckliches ist passiert, Thilo ist gestorben“, sagt Henri meiner Mutter am 30ten Oktober vormittags am Telefon. Arthur, „bestbest friend“ hat ihn aus Südafrika angerufen.

Thilo stirbt bei Machame in seiner Lodge, am 30ten Oktober wacht er nicht wieder auf.

Wahrhaftig, ohne Fahne, zugewandt, keine Allüren, immer ganz nah dran: so erlebte ich ihn. Ich habe nur einige Freunde und keinen „bestbest friend“: Henri ist da schon weiter. Und ich wünsche sehr, dass diese Freundschaft bleibt

für Bianca, Sophie und Arthur
Wolf Böwig, 6. November 2020



It was an honour to be present and be a part of the ceremony that was held for Thilo yesterday.

The group of people gathered made it special, the beautiful letters by Arthur and Sophie were deeply touching.

Everybody has his own thoughts and feelings at times like this.

While the cremation was getting underway, the sun came out after all the rain that fell in the morning, it was like the world had come to peace with the situation.

While we were getting ready to leave, a group of about eight colobus monkeys gathered in the tree above us and barked a farewell as loud as they could.

It was a thing of sorrow and beauty at the same time.

We wish you all the strength you need in the coming time.
A great man is gone, but the memory lives on.

All the best!

Love,
J.H.

Tansania, november 11th


 

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