Entscheidung in Spanien – Paul Ingendaay

Der große Kampf der Literatur 1936-1939


Paris, 8. und 9. Januar 1937
Picasso arbeitet an „Traum und Lüge Francos“

Vierzehn von achtzehn Vignetten, die auf Goyas Radierzyklus Desastres de la guerra anspielen, stellt Picasso innerhalb von zwei Tagen fertig. Dann hält er inne. Ist Hohn auf den Generalísimo das Einzige, was ihm einfällt? Die Realität des Krieges, das Elend der einfachen Landbevölkerung und die Bombardierung spanischer Städte durch die deutsche und italienische Luftwaffe werden in Traum und Lüge Francos nicht einmal angedeutet: Agitation ohne Herz, vor allem aber ohne schmerzhaften Bezug zur Wirklichkeit. Erst einmal legt Picasso die zwei großen Blätter, auf denen vier Felder weiß geblieben sind, beiseite. Es dauert fünf Monate, bis er sie füllen kann; erst sie erzählen die ganze Geschichte.

Baskenland, September 2022


Als Kunstwerk ist Guernica daher verblüffend unversehrt, ja unverstanden geblieben. Fast siebzig Jahre nach seiner Entstehung ließ sich seine Wirkmacht daran erkennen, dass am 9. Februar 2003, als sich die Vereinten Nationen zum Krieg gegen den Irak entschlossen, der Guernica-Wandteppich vor dem Sitzungszimmer in New York mit einem blauen Tuch verhüllt wurde. … Dieses Bild hat Augen, mit denen es unser Tun beobachtet.

Entscheidung in Spanien

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