Unter diesem Hut steckt Utopia – eine Lange Nacht über Joseph Beuys



Aber es war total fremdartig, dieses Zurücknehmen, auf diesen vielen Skizzen mit ein
paar Bleistiftstrichen, die virtuos geführt wurden. Beuys ist der erste Künstler, von dem man das Gefühl hatte, er kann mit dem Zeichenstift alles ausdrücken. Das geht alles wie aus dem Impuls heraus, kommt direkt aus einem Gehirn und weil das Gehirn im Funktionieren natürlich unzugänglich und fremd war, man war noch nicht vertraut damit, waren einem auch die Zeichnungen fremd und unzugänglich.

J.B.
Nein, Zeichnungen sind nicht dazu da, Kunst überhaupt ist nicht dazu da, dass man sie versteht in diesem Sinn von formaler Logik, im Sinnzusammenhang von Verstehen. Sondern Kunst ist ja dazu da, dass sie das Sensorium und die Sinneswahrnehmung des Menschen erhellt, nach Möglichkeit erweitert. Also dass Sensorium des Menschen entwickelt. Dass es eine sinnliche Wahrnehmung entwickelt und die höheren Form des Denkens anregt, als Intuition, als Imagination und Inspiration.



Unter diesem Hut steckt Utopia

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